Lernwirksamer Unterricht – Prof. Dr. Elsbeth Stern

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Im Rahmen des bevorstehenden Informationstages in der Delta Schule wird Elsbeth Stern, die renommierte deutsche Psychologin und Professorin für Lehr-Lern-Forschung der ETH Zürich, ein Referat zum Thema „Lernwirksamer Unterricht“ halten. Kurz einige Gedankengänge als Einstimmung auf den Anlass:

Schülern rechtzeitig zu vermitteln, dass Fächer kein Selbstzweck sind, ist wichtig. Allerdings gilt für jede Schulstufe: Eine Lehrperson kann nur lernwirksamen Unterricht erteilen, wenn sie die Inhalte selbst souverän beherrscht. Eine Lehrperson sollte sich deshalb nur auf interdisziplinären Unterricht einlassen, wenn die fachliche Expertise gegeben ist. Laut Elsbeth Stern ist Intelligenz ungleich verteilt. Dass Kinder unterschiedlich schnell lernen, sollte man nicht als Krankheit sehen, sondern als eine Herausforderung im Rahmen der Normalität. Statt teuren Therapien und individuellem Stützunterricht könnte man vieles durch zusätzliche Übungsgelegenheiten abfangen, die in den normalen Schulablauf integriert sind.

Die Frage ist, wie man die Schule organisiert. Mit dem Fächerunterricht im 45-Minuten-Takt geht das nicht. Das ist nicht mehr zeitgemäss und läuft letztlich auf ein Absitzen der Schulstunden hinaus. Wissen vermitteln heisst nicht pauken, sondern Erklärungen für Dinge bieten, die an die Erfahrungswelt der Schüler anknüpfen, aber über diese hinausgehen. Die abstrakten Begriffe Dichte und Auftrieb sollten an der Frage «Warum schwimmt ein schweres Schiff aus Stahl, obwohl ein kleines Stück Stahl untergeht?» aufgehängt werden. Für schwierige Themen sollte mehr Zeit zur Verfügung stehen. Am besten wäre das Modell Tagesschule, wo die Kinder die Schule als Lebensort begreifen. Da ist genügend Raum und Zeit, nachzufragen, sich in etwas zu vertiefen – und zu üben, wenn man etwas nicht so gut kann.

In der Lernforschung wurde der Begriff «kognitiv aktivierend» geprägt: Lernende müssen verstehen, welche Fragen sie mit dem zu erwerbenden Wissen beantworten können und welche Probleme sie damit lösen können. Sie müssen durch gute Aufträge und Aufgaben dazu gebracht werden, sich intensiv mit dem Stoff auseinanderzusetzen, statt oberflächliches Wissen zu erwerben.

Wissen ist der entscheidende Schlüssel zum Können. Die heute oft anzutreffende negative Einstellung zum Wissen hängt möglicherweise mit einer einseitigen Betrachtungsweise zusammen, die Wissen auf eine Ansammlung von Fakten reduziert. Wenn ich weiß, dass Manila die Hauptstadt der Philippinen ist, aber gleichzeitig denke, dass die Philippinen in Nordeuropa liegen, nützt mir das nicht wirklich etwas. Mit derartigem Wissen kann man mit etwas Glück einige Runden im Fernsehquiz überstehen. Ansonsten ist isoliertes Faktenwissen unbrauchbar. Zweifellos sieht ein Großteil des in der Schule erworbenen Wissens genau so aus: einige korrekte Fetzen in einem wüsten Haufen Müll. Den Satz des Pythagoras kennen viele Schüler vielleicht noch, aber es gelingt ihnen nicht, ihn heranzuziehen, wenn ein ungewöhnliches Problem gelöst werden soll. Faktenwissen ist wichtig und hilfreich, wenn es in intelligent vernetztes Begriffswissen eingebettet ist.

Elsbeth Stern live

Möchten Sie noch tiefer ins Thema eintauchen? Wir freuen uns auf Ihr Erscheinen am Samstag, 24. September bei uns am Hottingerplatz. Ab 16 Uhr laden wir Sie zu Kaffee und Kuchen ein und zeigen Ihnen die Schule, beantworten Fragen und stellen Ihnen das Modell der Delta Schule vor, um 18 Uhr spricht Frau Prof. Dr. Stern. Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos.
Weitere Infos entnehmen Sie bitte der Agenda.

Einen ersten Eindruck der Referentin erhalten Sie im nachfolgenden Video:

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